Oct 22, 2010
Gehaltserwartungen österreichischer Studenten – Männer erwarten 26% mehr Gehalt als ihre weiblichen Kommilitonen
Männliche Studenten in Österreich erwarten im Hinblick auf ihren Berufseinstieg ein deutlich höheres Gehalt als ihre weiblichen Kommilitonen. Zudem versprechen sich vor allem Master-Studierende und Studierende technischer Fächer höhere Gehälter. Das zeigen die Ergebnisse der jährlichen Studentenstudie von Universum in Österreich. Zwischen November 2009 und März 2010 befragte Universum mehr als 5.000 Studenten an 23 österreichischen Universitäten und Fachhochschulen zu ihren Karrierevorstellungen und Arbeitgeberpräferenzen sowie zur Hochschulzufriedenheit. Im Fokus der Befragung lagen dabei die Studierenden wirtschaftswissenschaftlicher, technischer und naturwissenschaftlicher Fächer.
Während die männlichen Befragten ein jährliches Einstiegsgehalt von durchschnittlich rund 35.000 Euro erwarten, geben sich ihre Kommilitoninnen mit etwas über 28.000 Euro deutlich bescheidener. Bei den Gehaltserwartungen entspricht der Unterschied zwischen den Geschlechtern damit einer Differenz von 26 Prozent. Die Differenz besteht auch dann noch, wenn die Gehaltserwartungen männlicher und weiblicher Studierender mit gleichem Studienfach und demselben angestrebten Studienabschluss verglichen werden. Nur in einigen wenigen Fächern, wie beispielsweise Softwareentwicklung, hebt sich der Unterschied zwischen den Geschlechtern auf. Sucht man nach Gründen für die Zurückhaltung vieler Absolventinnen beim Gehalt, weisen verschiedene Studien darauf hin, dass Frauen weniger beim Gehalt verhandeln als Männer. Dadurch entsteht ihnen ein Nachteil, der sich im Job nur schwer wieder abbauen lässt. Andererseits zeigen die Ergebnisse der Universum Studentenstudie in Österreich, dass die weiblichen Studierenden andere berufliche Prioritäten verfolgen: Im Gegensatz zu den männlichen Befragten, welche häufiger angaben, eine leitende Position anzustreben, legen die befragten Studentinnen mehr Wert auf die Aspekte Jobsicherheit und Work-Life-Balance.



Mag. Joanna Rusin-Rohrig
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